Schmerzen

Seit 10 Tagen bin ich jetzt beim Crossfit. In dieser Woche sind es schon 3 workouts plus der heute 2,5stündigen Putzeinheit dort. ( Weil ich die teure Mitgliedschaft der Box nicht bezahlen kann darf ich mir mit putzen der sanitären Anlagen und Umkleiden meinen Beitrag erarbeiten).

Für eine fast 49jährige übergewichtige Frau bedeutet das im Klartext: Alles tut weh. jeden Tag.

Ich habe mich mit einem befreundeten Balletttänzer unterhalten und er hat mir bestätigt, dass er während der gesamten Ausbildung immer Schmerzen hatte. Und er hat mir erklärt, dass er, sobald er sich aufgewärmt hatte, trotz Muskelschmerzen trainieren konnte und sich daran gewöhnt hat.

Mir ist dieses ständige „bis ans Limit gehen“ neu und ich habe zuerst drauf reagiert indem ich meine Aufgaben zuhause runtergefahren habe. Aber auch mein häusliches Chaos will beseitigt werden und ich muss Markis weiter auslasten indem ich ihm lange Ausflüge zukommen lasse.

Also habe ich heute nur kurz auf dem Sofa gesessen und dann den Wocheneinkauf und die Wäsche gemacht. Noch habe ich mich nicht an das Ziehen und Zerren in Armen, Rücken und Beinen gewöhnt, aber das werde ich noch.

Das Einzige was mich vom Training abhalten kann ist eine wirkliche Verletzung. Ich liebe die Sorgfalt, mit der Trainer Nico mir die Technik der verschiedenen Lifts beibringt. Was ich bisher aus normalen Fitness Studios kenne ist nicht zu vergleichen mit der Genauigkeit, mit der hier auf Form geachtet wird. Das gibt mir Vertrauen und ich bin hoch motiviert.

Auch hier gilt: bei einer übergewichtigen Frau die 2 Jahre verletzungsbedingt keinen Sport gemacht hat sieht so ein Clean oder Press erst mal richtig scheisse aus. Ständig verwechsele ich die verschiedenen Lifts, kriege die Arme nicht weit genug nach oben oder komme nicht richtig in den Squat runter. Und dann sagt Nico: „In deinem Tempo!“ und gibt mir zu Verstehen, dass es sich lohnt, dran zu bleiben.

Die alten Hasen schauen zum Teil kritisch, wenn sie das Ende unseres Anfängertrainings mitkriegen und ich mal wieder völlig scheitere. Und es gibt einige, die mich anstrahlen und mir die Hand schütteln wenn ich am Ende atemlos und puterrot auf der Bank sitze.

Die erste Euphorie über den Einstieg hat nachgelassen und einer wilden Entschlossenheit Platz gemacht. Ich habe jetzt die Möglichkeit, die  Sachen zu machen die ich mir immer gewünscht habe. Das will ich nutzen. Und wenn sich dann etwas wie ein normaler Alltag entwickelt hat und meine Wohnung fertig renoviert ist möchte ich das Buchprojekt wieder aufnehmen und mit einer brennenden Kerze stundenlang am Schreibtisch sitzen und kreativ sein.

Ich bin unglaublich dankbar, das ich die Freiheit habe, mich in dieser Form um meine Bedürfnisse zu kümmern.

Neben mir liegt Markis und schnarcht friedlich. Auch er hat an Gewicht verloren und wird langsam fitter. Alles ist gut.

 

 

 

 

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7 Gedanken zu “Schmerzen

  1. Immer noch erstarre ich in Ehrfurcht, wenn ich Dein Sportpensum lese. Chapeau!
    Es freut mich von Herzen, dass es Dir in HL so gut geht.
    Hat dieser Waschmaschinentyp eigentlich Wort gehalten und den Knopf ersetzt? Immerhin scheint Waschen zu funktionieren.

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  2. Du bist Puja.
    Ich wüsste spontan sehr viel über dich zu sagen. Eine ganze kunterbunte Palette von schönen Fakten, die dich beschreiben. Und was mir ganz zuletzt oder eigentlich überhaupt garnicht einfallen würde, das ist, dass du eine übergewichtige 49jährige Frau bist. Denn DAS bist nicht du. Du bist sehr viel mehr. Und ich freue mich immer wieder von dir zu lesen und zu hören. Denn du bist mir einfach ans Herz gewachsen.

    Ich vermisse dich. Wir müssen uns irgendwann mal wieder treffen.

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    1. liebe Chinomso, vielen Dank für die netten Worte! 🙂 Du hast Recht, ich bin noch viel mehr… aber beim Training merke ich halt diese beiden Fakten am meisten.
      Im Übrigen bist du herzlich nach Lübeck eingeladen. Der erste Besuch aus Berlin kommt morgen schon und ein Gästezimmer steht für Euch bereit. Ganz nah am Meer…. 🙂

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