Self-Care: Winterblues

Seit einigen Tagen grübele ich zu viel, hänge antriebslos herum und frage mich, warum es mir oft im Winter so schwer fällt, die Dinge zu tun, die mir gut tun und mich produktiv sein lassen.

Statt zu viel Pasta zu essen und Rotwein zu trinken, statt auf dem Sofa zu sitzen und Netflix zu schauen wäre ich viel lieber kreativ, kommunikativ und in gutem Kontakt zu mir.

An diesem Punkt setze ich an und frage mich, welches Bedürfnis ich gerade zu betäuben versuche.

Nach einem Moment fällt mir ein, dass mir wichtige innere Nahrung fehlt, mir fehlt die Faszination von neuen Ideen, mir fehlen meine Freunde ( die ich im Weihnachtstrubel verliere), der Austausch mit mir nahen lieben Menschen, mir fehlt das lange Wandern bei schönem Wetter mit dem Hund.

Und im Augenblick lebe ich vorwiegend nachts ( das ist eine schräge Geschichte für später) und sehe nicht viel Tageslicht.

Und während mein Magen noch voll ist von der Pasta mit der ich vergeblich versucht habe mich zu trösten, spüre ich, dass ich jetzt wieder soweit klarkomme, dass ich ein bisschen was tun kann.

Ich lasse Netflix links liegen, schaue stattdessen einige intellektuell herausfordernde und inspirierende TED Vorträge an.

Innerhalb von Minuten bin ich hellwach und begeistert.

Ich lüfte die verrauchte Wohnung, dusche lange, mache einige Dinge im Haushalt und gehe dann mit dem Hund im Dunklen spazieren.

Dann bestelle ich mir drei Sachbücher, die ich schon seit Monaten lesen möchte, und von denen ich glaube, dass sie meinen trübseligen Kopf inspirieren werden: Gretchen Rubin – „better than before“, ein Buch über Gewohnheiten und wie verschiedene Menschentypen sie entwickeln. Rick Hanson – „hardwiring happiness“, eine geniale Kombination aus Hirnforschung und Buddhismus, und Elisabeth Gilbert – „big magic“, ein Buch über Kreativität.

Mir gelingt es jetzt, mit Empathie auf mich selbst zu schauen und mir zu verzeihen dass ich in diesen Tagen meinen Alltag nicht perfekt im Griff habe. Ich pushe mich nicht mit Gewalt hoch. Stattdessen beobachte ich, wie der Wunsch nach etwas wirklich Erfüllendem in mir wächst und wie ich langsam wieder motiviert werde, ein Schrittchen nach vorne zu machen.

Ich kenne auch Tage, da ist schon das Zähneputzen am Morgen ein Akt, zu dem ich mich auffordern muss. Jetzt ist es weniger dramatisch. Das ist gut.

Ein interessanter Fakt ist, dass es mir hilft, die Position meines Körpers im Raum zu verändern wenn ich mich aus der Lethargie reissen möchte. Ich handele dann entgegen dem Bedürfnis, mich in Embryonalhaltung einzurollen und bewegungslos zu verharren. Stattdessen bewege ich mich in der Wohnung, gehe raus in die kalte Nacht, erledige kleine Handgriffe und nehme ganz bewusst wahr, das Markis mit mir hier ist. Ich setze mich neben ihn auf den Boden und spreche ihn leise an, streichle sein Fell und fühle seine Wärme. Das alles hilft mir enorm.

Interessant  ist, wie schnell sich meine Emotionen ändern können. Innerhalb von Minuten kann ich mich deutlich besser fühlen. Immer wieder vergesse ich das wenn ich mich mies fühle: Jede Minute kann schon wieder etwas komplett anderes bringen.

Es ist nach 5 Uhr morgens, Zeit für Markis und mich, unsere Morgenrunde zu machen. Danach werde ich schlafen und sollte ich morgen wieder mit bleierner Schwere aufwachen, werde ich diesen Post hier lesen um mich daran zu erinnern, das auch dieser Tag das Potential hat, mich zu begeistern.

 

 

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2 Gedanken zu “Self-Care: Winterblues

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