Erwachsenenkram: Vom Umgang mit einem kleinen Budget

Weil mein Budget im Augenblick sehr klein ist schaue ich jeweils am Monatsanfang, wie ich in den kommenden Wochen die Prioritäten setzen möchte.

Diesmal wurde das Geld für Alkohol komplett gestrichen. Seit Dienstag bin ich ohne mein abendliches Weinchen ausgekommen. So ganz leicht ist es mir aber nicht gefallen. Es war eben eine Gewohnheit von mir geworden, abends die Flasche aus dem Kühlschrank zu holen. Um so mehr freue ich mich, dass es auch ohne Alkohol geht.

Mein Zigarettengeld wurde ebenfalls dramatisch gekürzt. Ich bin nicht bereit, für meine Sucht auf Dinge zu verzichten, die wirklich zu meiner Lebensqualität beitragen.

Weitere Streichung für den Monat Oktober: der Friseurbesuch. Bei langen Haaren gehts im Wesentlichen ums Ansätze färben. Und das kann ich diesmal selber machen. Kosten für die Farbe liegen bei 4 Euro.

Gekauft habe ich einen Bürostuhl, der das Sitzen am Arbeitsplatz über lange Zeit ermöglicht. Im schwedischen Möbelhaus, in dem sich alle duzen, gab es ein erschwingliches Exemplar für 39 Euro.

Ebenfalls investiert habe ich in frische, unverarbeitete Lebensmittel. Das riesige Stück Putenbrust aus dem Sonderangebot ist geschnitten und in kleinen Portionen eingefroren.
Gemüse wie Broccoli und Bohnen liegt ebenfalls im Gefrierfach. Morgen koche ich noch mit dem Hackfleisch ein herbstliches Chili con Carne. Damit wären die Hauptmahlzeiten für die nächste Woche komplett.

In der Drogerie habe ich ein gutes Proteinshake (6 Euro) gekauft, das ich mit Tiefkühl-Himbeeren zum Frühstück mixen kann. Höchste Zeit, die Butterbrote mal wieder zu begrenzen!

Die beste Investition sind aber meine neuen Winterstiefel (Billigmarke – 34 Euro). Sie passen auch zu Kleidern und sehen mit meinem Secondhand-Designermantel vom letzten Jahr einfach prima aus.

Damit wäre für Oktober das Shoppen leider auch schon vorbei. Jetzt wird nur noch ab und zu der Kühlschrank aufgestockt.

Aus der Perspektive einer regulär berufstätigen Frau bin ich gerade arm. Ich empfinde das selbst nicht immer so, weil ich statt Geld jetzt mehr Zeit habe und meine Arbeits- und Ruhephasen selber einteilen kann.

Aus meiner Perspektive bin ich privilegiert, weil ich nicht mehr am gesundheitlichen Limit leben muss, sondern mich hemmungslos in mein Buchprojekt vertiefen kann. Ich freue mich, den Hund stets an meiner Seite haben zu können und jeden Morgen neu entscheiden zu dürfen, was ich an diesem Tag anpacken kann und möchte.

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