Warum ich immer frage: “ Kannst du mal den Fernseher ausmachen?“

Meine Sinne nehmen alle Umweltreize gierig auf ohne unnütze Geräusche oder Bilder zu filtern. Wenn ich in einem Cafe sitze, kann ich nicht wie andere die Nachbartische ausblenden. Ich konzentriere mich auf mein Gespräch und registriere gleichzeitig Bruchstücke der Konversationen um mich herum. Das nervt und ich fühle mich schnell erschöpft.

Auch visuelle Reize nehme ich ungefiltert wahr. TV – Werbung macht mich regelrecht fertig und ich habe nie gelernt Auto zu fahren, weil ich mit den vielen schnellen optischen Eindrücken im Strassenverkehr völlig überfordert war.

In den letzten Jahren habe ich einige Strategien ausprobiert, die mir helfen fokussiert und entspannt zu bleiben.

Dazu gehören gute Kopfhörer für lange Wege in der Stadt, Ohrstöpsel für ungestörte Nächte und ein Komplettboykott von Radio und Fernsehen. Ich höre Musik über Spotify und sehe manchmal Filme auf Netflix. Beide Anbieter verschonen mich mit Werbung. (Schöne Nebenwirkung: ich habe ohne TV irgendwie mehr Zeit)

Besser als mit Multitasking komme ich mit Fokussierung auf eine Sache zurecht. Zum Schreiben oder Haushalt machen kann ich Musik hören, aber ich komme nicht mit Dauerberieselung klar.

Mein Zimmer ist, egal wo ich gerade wohne, eine Art Zen Tempel. Dort gibt es nur wenige helle Möbel und einige geliebte Gegenstände wie die blaue, selbstgetöpferte Vase und die mild lächelnde Buddha-Figur.

Wände streiche ich gerne weiss.

In so einer klaren, reizarmen Umgebung bin ich in der Lage sowohl produktiv als auch entspannt zu sein.

Im Augenblick lebe ich übergangsweise in der Wohnung einer Dame, die ihr Zuhause ganz anders gestaltet. Mit vielen Details und bunten Farben. Die riesige Schrankwand habe ich mit weissen Tüchern verhängt, die Plastikblumen beiseite geschafft.. und trotzdem, ich sehne mich nach klaren Linien, Holzböden ohne Teppiche, leeren Flächen auf denen mein Auge sich ausruhen kann.

Ich habe den Ledersessel, auf dem ich schreibe so ausgerichtet dass mein Blick, statt in das vollgestellte Zimmer, aus dem Fenster auf eine alte Kirche gerichtet ist. Manchmal ist es auch so einfach…

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